Die "Frau zwischen Politik und Kirche" lässt das Buch im Wiener Dom-Verlag - verfasst von Ingeborg Schödl - lebendig werden.
Wien, in den Tagen nach dem Ersten Weltkrieg: Was von Österreich übrig geblieben war, ist zu den ersten freien Wahlen, bei denen nicht nur Männer sondern auch Frauen das aktive und passive Wahlrecht haben, aufgerufen. Im Frühjahr 1919 zieht die erste weibliche Abgeordnete der christlich-sozialen Partei ins Parlament: Hildegard Burjan. Eine gebildete Frau der gehobenen Wiener Gesellschaft, verheiratet und Mutter einer Tochter.
Hildegard Burjan hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt intensiv für die soziale Situation der Frauen eingesetzt. Seit die Männer in den Krieg gezogen waren, mussten die Frauen im Land schwere Arbeit unter katastrophalen Bedingungen leisten. Schon vor dem Krieg außerordentlich prekär war die Situation der Heimarbeiterinnen, sie waren Wäschenäherinnen oder Stickerinnen, arbeiteten mindestens 15 Stunden am Tag und waren rechtlich völlig ungeschützt. Mit der Gründung des "Verbands christlicher Heimarbeiterinnen" setzte sich Hildegard Burjan etwa für Mindestlöhne und Wöchnerinnenschutz ein.
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